Hengstgruppenhaltung in Theorie und Praxis Version: 2009.06.10
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Teil III: Know-How [4] Sicherheitsmassnahmen
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Zum Schluss möchte ich noch kurz etwas zu Sicherheitsmassnahmen in der Hengstgruppenhaltung sagen:
Wenn Sie fremde Hengste das erst mal gemeinsam auf einer Weide oder einem Allwetterplatz zusammenlassen wollen, achten Sie besonders auf die Sicherheit. Achten Sie auf einen sicheren Untergrund, keine Löcher, nicht zu nass, keine spitzen Gegenstände oder Maschinen innerhalb der Umzäunung und vor allem auch auf eine gute Umzäunung. Sorgen Sie zudem dafür, dass die Hengste vor dem ersten Zusammenlassen auf einer Weide oder einem Paddock jeweils alleine einen halben Tag dort waren, damit diese sich vorher schon mal mit der Begrenzung und dem Zaun vertraut machen konnten. Andernfalls kann es ihnen passieren, dass die Hengste bei der ersten guten Verfolgungsjagd einfach durch den Zaun hindurch rennen, weil sie es verpasst haben, in der Hitze des Gefechts davon Notiz zu nehmen!
Es versteht sich von selbst, dass ein Trennzaun bei Hengsten, sei das am Paddock oder der Weide, so sicher wie möglich sein soll, besonders wenn mit Kämpfen zu rechnen ist! Auf keinen Fall - dies gilt generell für Pferdehaltung, insbesondere aber für Hengsthaltung - darf ein Zaun verwendet werden, in dem Pferdehufe hängen bleiben können. Da Hengste viel Steigen und mit den Vorderhufen tätig sind, bleiben sie sonst hängen und reissen sich im wahrsten Sinn des Wortes das Huf ab. Auch darf kein Zaun mit Pfosten verwendet werden, welche in das Pferd eindringen, wenn das Pferd sich beim Steigen darauf fallen lässt. Also keine Eisenpfosten.
Am besten ist ein hoher und massiver Holzzaun, der beidseitig gegen physischen Kontakt mit einem doppelten Elektroband und einem sehr starken elektrischen Impuls geschützt ist. Notfalls geht es auch ohne Holzzaun, das Schlimmste was dann passieren kann, ist dass sie durch den Zaun hindurchgehen oder sich darin verheddern.
Auf jeden Fall muss bei erwarteter Aufregung dann jemand in der Nähe des Elektrogerätes sein um nötigenfalls den Strom auszuziehen. Selbstverständlich sollten auch ausreichend viele furchtlose Personen mit langen Peitschen, Holzstecken oder Besen dabei anwesend sein, um nötigenfalls kämpfende Hengste trennen zu können. Oder aber Sie richten sich einen Korridor ein, in den sie einen Hengst hineintreiben und dann anbinden können.
Auf der anderen Seite dürfen Sie Hengste und Pferde auch nicht über-beschützen, denn das kann genauso gefährlich werden wenn mal ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt!
Pferde die ausflippen, weil ein Traktor in ihrer Nähe vorbeifährt oder sich anderweitig nicht an menschliche Gegebenheiten wie Lärm, Leitern oder Baumaschinen usw. gewohnt sind, werden über-beschützt. Ferdis Hengste waren die ganze Zeit auf dem Allwetterplatz anwesend als dieser mit dem Bagger die Drainage ausgehoben hat und es hat überhaupt keine Komplikationen deswegen gegeben. Im Gegenteil, die Hengste scheinen sehr grossen Spass an den Kieshaufen und der täglichen Abwechslung gehabt zu haben!
Herbst 1999: Der Allwetterplatz erhält eine Drainage und die Hengste dürfen auf den Kieshaufen rumturnen.
Mark Schmid, Frühling 2003
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