Hengstgruppenhaltung in Theorie und Praxis Version: 2009.06.10
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Teil II: Praxisbeispiel und Erfahrungen [2] Haltungsanlage
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Ferdi Wirth hat sich für die Haltung eines Ponyhengstes und eines Eselhengstes, der leider nach einem tragischen Unfall bei einem starken Unwetter abgetan werden musste, 1996 einen Offenstall direkt an sein Wohnhaus gebaut.
Frühling 1999: Der Offenstall und die ursprüngliche Kiesdecke.
Um den Stall herum hat es einen L-förmigen Allwetterplatz mit einer Seitenlänge von ca. 20 x 20 Metern. Der Untergrund ist aus aufgeschüttetem Kies und erhielt später noch eine Drainage.
Sommer 1999: Der neu eingekieste Allwetterplatz.
Direkt angrenzend an diesen Allwetterplatz hatte Ferdi zu Beginn noch ca. 4000m² Weidefläche zur Verfügung.
Vor und während dem Kauf der Pferde wurde der Stall so umgebaut, dass es zwei offene Boxen für die Pferde gab und dahinter eine grosse Gemeinschaftsboxe für die beiden Ponys, Winnetou und Chicco. Diese Gemeinschaftsboxe verfügt über drei Eingänge, einen aussen und je einen in den beiden Pferdeboxen. Alle drei Eingänge wurden auf die Höhe eines Ponys zugeschnitten, damit sich die Ponys dort jederzeit hätten zurückziehen können ohne dass die Pferde ihnen folgen konnten.
Am Anfang, vor allem während der Eingewöhnungsphase der vier Hengste, stand direkt angrenzend an den Allwetterplatz noch Weideland von ca. 4000m² zur Verfügung, was von grossem Vorteil für das Angewöhnen und Integrieren neuer Hengste ist, vor allem wenn es sich um schwierige Eingewöhnungen handelt, wie das beim Hengst Indio der Fall war. 1998 hat Ferdi dann das Nutzungsrecht für dieses Land aufgrund von Immobilien-Streitereien in seiner Gemeinde verloren und so stand den vier Hengsten, wenn nicht vorübergehend eine Weide gemietet werden konnte, nur noch der 20 x 20 Meter grosse Allwetterplatz zur Verfügung. Daraus ergaben sich aber nicht die geringsten Probleme, was beweist, dass Hengstgruppenhaltung auch auf sehr kleinem Raum absolut möglich ist, wenn man weiss wie und nicht schon im Voraus gegen die Natur und die natürliche männliche Sexualität von Pferden voreingenommen ist.
Seit 2002 hält Ferdi die Hengste während der gesamten Vegetationsperiode nicht mehr in seinem Offenstall am Haus. Ferdi ist sehr naturorientiert und will dass seine Pferde, obwohl sie auf dem Allwetterplatz schon viel mehr Platz als jedes Boxenpferd hatten, wie wilde Mustangs Platz zum freien Galoppieren und frisches Gras in Hülle und Fülle haben. Deswegen stehen die Hengste seit 2002 jeweils während der gesamten Vegetationsperiode auf einer Weide welche sich aus Kostengründen im Moment in Deutschland befindet.
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