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Wichtige Mitglieder

Mark Schmid

Mark Schmid, Gründer der Organisation für Tierwürde und sein Lenbensgefährte Zeno, 2006.
Ich selbst, Mark Schmid, Gründer der Organisation für Tierwürde und mein Lenbensgefährte Zeno, 2006.

Für diejenigen die James Cameron's Blockbuster Film Avatar gesehen haben, bin ich in mancher Hinsicht wie dessen Hauptcharakter Jake Sully. Ich bin eine Art wirkliche Version von Jake Sully.


Jake Sully in James Cameron's Film Avatar, 2009.
Jake Sully in James Cameron's Film Avatar, 2009.

Wie Jake Sully bin ich ein verkrüppelter Verlierer und alles was ich in meinem bemitleidenswerten Scheissleben je wollte war eine einzige Sache die es wert war dafür zu kämpfen. Und ich habe sie gefunden, genau wie Jake Sully in Avatar. Wie er stehe ich den kulturellen Unterschieden von verschiedenen Völkern gegenüber. Meine Behinderung ist jedoch nicht eine Lähmung der Beine, sondern ein leichter Fall von Asperger-Syndrom (etwas zwischen Autismus und normal). Das und eine soziale oder kulturelle Inkompatibilität mit dem Verhalten oder dem Benehmen von Schweizer und Europäischen Menschen, unter denen ich gezwungen bin zu leben. Genau wie für Jake Sully gäbe es Behandlungsmethoden die mich wieder ganz machen könnten: Mir eine Green Card zu geben damit ich in meiner Kultur, den USA leben und arbeiten könnte. Aber genau wie für Jake Sully, ist das nicht etwas das für ein Krüppel wie mich gemacht wird. Nicht in dieser Wirtschaftslage.

Ich wurde in der Schweiz geboren und wuchs grösstenteils in der Schweiz auf, aber ich verbrachte einige wichtige Jahre meiner frühen Kindheit in der wunderschönen Pudget Sound Gegend der USA. In jener Zeit wurde ich mit der Kultur und der Art der Menschen in den USA geprägt und seit ich zurückkam, hatte ich Schwierigkeiten mit Europäischer und Schweizerischer Kultur und ihren Menschen und damit, mich diesen anzupassen. Meine US-Prägung während der Kindheit, sowie mein leichtes Asperger-Syndrom machen es mir praktisch unmöglich mit europäischen Menschen in einer Umgebung die von Konkurrenzdenken geprägt ist, wie etwa die Arbeit, klar zu kommen.

Um die Unterschiede kurz zusammenzufassen: In Europa spielt es keine Rolle was man sagt, das einzig Wichtige ist, dass man eine soziale Position hat, die einem erlaubt etwas zu sagen (und sogar dann muss man viel leiser und indirekter sein als in den USA). In den USA ist es viel wichtiger was man zu sagen hat, die Botschaft, als welche soziale Position man inne hat, in anderen Worten, als wer die Botschaft überbringt. Dies macht die Kultur von US-Bürgern viel offener für neue Ideen, Botschaften und Konzepte. Traditionen zu brechen ist wortwörtlich eine Tradition und eine Lebensart in den USA. Wenn man eine gute neue Idee hat, ist es toll und akzeptiert in den USA, diese laut auszusprechen und man wird sozial akzeptiert und geehrt dafür. In Europa ist es das genaue Gegenteil. Wenn man nicht die Führer-Position hat, darf man nicht sprechen, neue Ideen lancieren oder eine Botschaft überbringen. Wenn man es macht, werden die Leute, egal wie gut die Idee oder wie wichtig die Botschaft ist, einem nicht zuhören, werden neidisch sein und Sie sozial bestrafen, Sie werden gemobbt, runter gemacht und von jeder sozialen Gruppe ausgeschlossen, wenn Sie nicht ganz schnell die Klappe halten.

Aufgrund meiner kulturellen Prägung während meiner Kindheit in den USA und vielleicht auch aufgrund meines leichten Asperger-Syndroms, benehme ich mich sehr wie ein US-Bürger in der Schweiz. Wenn ich versuche anderen Menschen zu gefallen, versuche ich alle meine Fähigkeiten zu nutzen, um ihnen zu helfen. Und da Intelligenz eine meiner Fähigkeiten ist, werde ich neue Ideen haben und laut und deutlich natürlich über diese reden. Aufgrund der Natur der europäischen Kultur wird dies jedoch nicht als ein "Wunsch zu helfen" verstanden und als aktives Mitmachen, sondern als Respektlosigkeit gegenüber der existierenden sozialen Hierarchie, als Versuch, die soziale Struktur auf der alles in europäischen Gruppen beruht zu zerstören. So wird mein Äussern meiner Gedanken und Ideen als direkter Angriff auf die Fundamente der sozialen Gruppe verstanden in der ich mich befinde.

Als Folge werde ich runter gemacht, gemobbt, lächerlich gemacht und als nicht-teamfähig betitelt. Und je mehr ich mein Engagement für das Team beweisen möchte, je mehr ich versuche aktiv mitzumachen, umso mehr werde ich versuchen meine Fähigkeiten und meine Intelligenz für die Gruppe und ihre Ziele einzusetzen, umso mehr werde ich Ideen haben, wie Dinge besser gemacht werden können und umso mehr werde ich von diesen Ideen sprechen und versuchen, die Leute dazu zu bringen, diese zu verstehen. Und dies wird dann als noch störender und unkorrigierbarer, unkooperativ, etc. gesehen. Es ist ein wahrer Teufelskreis, der mich heute als völligen Verlierer mit einer kleinen Invalidenrente gelassen hat, trotz meiner Intelligenz, guter Schulbildung (Matura), guten handwerklichen Fähigkeiten, etc.

Nicht fähig zu sein Europa legal zu verlassen (ich habe keine Verwandte in Amerika), lässt mir diese Situation nichts im Leben als einen Kampf zu suchen, für den es sich lohnt zu kämpfen. Genau wie Jake Sully in Avatar. Weil ich einen sehr starken Gerechtigkeitssinn habe und weil beide meine Eltern Biologen waren (Avatar Fans würden vielleicht sagen ich sei von Dr. Grace Augustine aufgezogen worden), war es nur natürlich für mich, die Ungerechtigkeit und den mangelnden Respekt gegenüber anderen zu sehen und zu erkennen, die mir am nächsten waren, diejenigen welche gegen Tiere in unserer Gesellschaft ausgeübt werden.

Für mich waren Tiere immer Individuen, nicht-menschliche Personen, für die ich grossen Respekt hatte und habe. Einem natürlichen Tier gesunde Körperorgane abzuschneiden, wie etwa ihnen die Geschlechtsorgane abzuschneiden, so wie das bei der Kastration gemacht wird, um sie zum Schweigen zu bringen oder um sie zu Waren für einfache menschliche Benutzung zu machen, war für mich immer eine Grausamkeit, eine Sünde und ein Zeichen wahrer Respektlosigkeit. Also für jene zu kämpfen, die sich nicht gegen die Stärkeren wehren können, für Tiere zu kämpfen, zuerst gegen ihre entwürdigende Verstümmelung durch Kastration, dann für Tier- und später auch für Menschen-Rechte im Allgemeinen, wurde für mich der Kampf den es sich lohnt zu kämpfen.

Anders als Jake Sully habe ich kein Maschinengewehr und anders als James Cameron auch kein Filmstudio um dies zu tun. Meine Hauptwaffe muss mein Schreibstift bleiben, oder genauer, mein Computer und diese Webseite welche Sie, sehr geehrte(r) LeserIn in diesem Moment betrachten.


Bevor James Cameron seinen Film Avatar gemacht hat schrieb ich:
Sie lachen weil ich ANDERS bin,
ich lache weil sie GLEICH sind.


Jetzt habe ich Avatar... und es gibt keinen Grund mehr zu lachen.
Danke James Cameron!




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